Sonntag, 10. März 2013

Wie das Hetzblatt Turkishpress mit seiner rassistischen Propaganda den inneren Frieden in Deutschland gefährdet: Ein Fallbeispiel

Am 6.09.2012 verfasste das türkische Pendant zum Stürmer einen Artikel, in welchem nach bekanntem Muster, kurdische Mitbürger zu Terroristen stigmatisiert werden sollten.
Der gesamte Hetzartikel kann unter folgendem Link aufgerufen werden: http://www.turkishpress.de/de/news/06092012/protestmarsch-einer-kurdischen-organisation-ger-t-ausser-kontrolle/2063

Es heißt in diesem Bericht:
„Um 21.15 Uhr stellten Polizeibeamte, die an der Örtlichkeit eine Nachaufsicht durchführten, fest, das 6 – 7 Fahrzeuge, jeweils besetzt mit 2-4 türkischen Staatsbürgern bei dem kurdischen Vereinsheim vorfuhren und die dort aufhältigen Kurden durch zeigen der türkischen Nationalfahne und verbalen Äußerungen provozierten. Daraufhin kam es sofort zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen, in deren Verlauf die kurdische Gruppe mit Gegenständen auf die Fahrzeuge der andere Gruppe warf.“

- Moment mal! Es gibt in Deutschland Demonstrationsfreiheit. Davon Gebrauch zu machen, ist das gute Recht der YEK KOM e.V. In dem Moment, in dem sich ein Gruppe, wie die hier beschriebene gezielt gegen Demonstranten vorgeht, handelt es sich um eine nicht gesetzeskonforme Gegendemonstration. Des Weiteren werden keine Angaben darüber gemacht, wie die verbalen Provokationen der illegalen Gegendemonstranten ausgesehen haben. Man muss aus Erfahrung hier davon ausgehen, dass massive rassistische und menschenverachtende Pöbeleien unter Zeigen einer Flagge, die einen Staat repräsentiert, der seit seiner Gründung mehrere hunderttausende Menschen kurdischer Ethnie getötet hat und sie bis heute brutal unterdrückt, geäußert wurden. Es ist geradezu evident, dass hier gezielt auf eine Eskalation der bis dato absolut friedlich verlaufenen Demonstration hingearbeitet wurde. Man stelle sich einmal vor, einige Hobbyglatzen würden zum polnischen Nationalfeiertag nach Zielona Gora fahren und die dortigen Feierlichkeiten durch das Skandieren von Parolen wie „Die Stadt heißt Grünberg und gehört uns“ stören. Auch sie würden erfahren müssen, dass Gewalt (auch verbale) nun einmal in der Regel Gegengewalt erzeugt. Auffällig ist des Weiteren die geografische Nähe von Marbach am Neckar, dem Wohnsitz des Turkishpressherausgebers und Kehl / Straßburg. Es ist zwar nicht zu beweisen, die Vermutung liegt jedoch nahe, das stellt sich auch im weiteren Verlauf des Artikel heraus, dass das deutsch-türkische Pendant zum Stürmer bei diese rassistische Antikurdischen Aktion organisiert oder mitorganisiert hat. Zufällig waren seine Volksverhetzer-Redakteure sicherlich nicht sofort vor Ort.

Weiter schreibt das Schmierblatt: „Laut einem türkischen Staatsbürger, der sich ebenfalls am Tatort aufgehalten hatte, sollen türkische Bürger über den Aufzug der kurdischen Gruppe informiert gewesen sein, woraufhin einige Personen sich vor dem Alevitisch-kurdischen Verein trafen und die Nationalflagge zeigten. Der Zeuge gab an, erst später hinzugestoßen zu sein, um sich ein Bild über die Situation zu machen, habe mit dem Einsatzleiter gesprochen. Dabei habe der Familienvater angegeben, dass er einige Jahre zuvor einen Marsch durch die Stadt geplant habe, um das türkische Kinderfest am 23. April zu feiern, die auch international bekannt sei. Diesen Wunsch habe die Polizei damals abgelehnt, jetzt aber würden kurdische Extremisten durch die Straßen marschieren. Der Einsatzleiter habe geantwortet, die Demonstration sei von der Stadt Kehl genehmigt worden, weshalb man nichts unternehmen könne. Der Familienvater habe daraufhin geantwortet, diese Gruppe habe hier nichts verloren, sonst werde man weitere Türken heranziehen und damit signalisieren, dass diese Extremisten in der Stadt nicht willkommen seien. Der Polizeibeamte habe daraufhin beruhigend einwirken wollen, erklärte der Zeuge gegenüber der TURKISHPRESS.“
- Wie überaus niedlich! Ein ganz zufällig Anwesender Mitorganisator eines Kinderfestes und liebender besorgter türkischer Familienvater fühlt sich von „Kurdischen Extremisten“ bedroht. Wen wollen diese Schmierfinken eigentlich für dumm verkaufen? Ebenso wie die NPD oder die Hells Angels missbrauchen auch rechtsgesinnte türkische Organisationen, als deren deutsches Sprachrohr die Turkishpress fungiert, Kinderfeste als PR-Aktionen um in altbewährter Bauernfängermanier um neue Mitglieder zu werben. Und noch so ein unglaublicher Zufall: Ein Kinderfest wird in unmittelbarer Nähe des Weges, den die Demonstranten nehmen, geplant. Natürlich stehen rein zufällig türkische Nationalflaggen parat, um die friedlichen Demonstranten daran zu erinnern, welcher Staat 100.000de Angehörige ihre Ethnie und ihrer Konfession in den letzten 100 Jahren brutal abgeschlachtet hat und bis heute unterdrückt, geplant.

Auf alle weiteren Vorwürfe gegenüber den Demonstranten lohnt es sich eigentlich gar nicht weiter einzugehen, da sie sich auf Quellen zweifelhafter Gesinnung berufen und ungefähr dieselbe Qualität haben, wie ein Post- Mortem -Interview mit Rudolf Hess zum Holocaust. Der stereotype und unhaltbare Terrorismusvorwurf gegenüber der YEK KOM e.V. ist nicht nur vollkommen aus Luft gegriffen, sondern entspricht auch wieder mal der stupiden und monotonen Propanganda, mit der kurdische und alevitische Vertreter stigmatisiert und mundtot gemacht werden sollen. Solche Vorwürfe machen Freunde des unsäglichen Schmierblattes selbst anerkannten Vorstandsmitgliedern alevitischer Verbände in Deutschland bei jeder Gelegenheit, wenn sie sich zu Wort melden – egal wie kontextfremd sie im jeweiligen Zusammenhang sind. Man hat ein großes Interesse daran, die Illusion einer homogenen türkischen Einwanderungscommunity mit gemeinsamen Interessen aufrechtzuerhalten, um das Publikwerden der Verbrechen der eigenen Geschichte der letzten 150 Jahre hierzulande zu vertuschen.

Wir haben es also mit einer friedlichen, von der Stadt Kehl genehmigte Demonstration, die durch eine Gazette und deren Sympathisanten, welche sich immer wieder durch übelste und ekelerregende rassistische Hetze gegen Kurden, Armenier, Aramäer, Griechen, Juden, Deutsche und Russen hervortut, durch eine de facto illegale Gegendemonstration gewalttätig gestört wird, zu tun. Man muss sich die Dreistigkeit des schwäbischen Schmierblattes einmal vor Augen halten. Hier findet ein gezielter wahrscheinlich sogar von langer Hand geplanter Angriff auf die in Deutschland verfassungsmäßig verankerte Demonstrationsfreiheit statt und ganz im Stile seiner ekelerregenden und menschenverachtenden Gesinnung entsteht wird hier ein Artikel verfasst, der die Täter zu Opfern und die Opfer zu Tätern stilisieren soll.
Noch dazu kommt die Pietätlosigkeit, eine rassistische Gewaltaktion als Kinderfest zu tarnen. Hier gibt es keinen aber auch wirklich gar keinen Unterschied zu verfassungsmäßig frag- und beobachtungswürdigen Organisationen wie der NPD! An dieser Stelle möchte ich auf folgenden hochgradig lesenswerten Essay verweisen, in dem sich sehr gut das rassistische Selbstverständnis der Autoren wiederfindet: „Savaş Taş - Der ethnische Dominanzanspruch des türkischen Nationalismus“.
In der unter nachstehendem Link zu findenden Rezension von Ismail Küpeli heißt es u.a.: „Eine Grundannahme der türkischen Nationalisten ist es, dass die türkische Nation permanent von ausländischen Mächten bedroht wird und die innenpolitischen Probleme, insbesondere seitens der nicht-türkischen Bevölkerungsgruppen, auf die Aufwiegelung der fremden Mächte zurückgehen. Diese Bedrohungen können nur dadurch abgewehrt werden, indem die türkische Nation eine organische Einheit bildet und den eigenen Staat ohne Vorbehalte unterstützt. Aus dieser nationalistischen Perspektive werden sowohl die kurdischen Ansprüche nach Gleichberechtigung und Freiheit als auch etwa die Forderungen nach einer Anerkennung des türkischen Genozids an den Armeniern 1915 als Komplotte von fremden Mächten angesehen. Die Unterschiede zwischen dem staatstragenden Nationalismus und dem Nationalismus der MHP bestehen unter anderem darin, dass die MHP nach wie vor stärker pantürkistisch und turanistisch auftritt als der türkische Staat.“ Lesen Sie die ganze Rezension: http://www.kritisch-lesen.de/rezension/nationalismus-dekonstruieren

Des Weiteren möchte ich diesen Artikel zur o.g. notorischen Stilisierung in die Opferrolle empfehlen: „Türken sind zu sehr Opfer, um Täter zu sein - Nicht nur die türkische Regierung tobt. Die Türken leugnen ihre Schuld an den Armeniern, weil sie sich lieber in der Rolle des Opfers sehen, kommentiert D. Baspinar.“ http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-01/tuerkei-armenien-voelkermord Die im Artikel der Turkishpress gegen die deutsche Polizei geäußerten Vorwürfe sind ein Hohn, würden Redakteure und deren Gesinnungsgenossen augenscheinlich ein an Staatterrorismus grenzendes Verhalten der Ordnungshüter, wie in der Türkei Ende Dezember 2012 gegenüber einer ebenfalls friedlichen Erinnerungsdemonstration kurdischer Aleviten anlässlich des Marasmassakers, die mit brutaler Gewalt niedergeknüppelt wurde, vorziehen.

Eine derart auf Hass und Überlegenheitsempfinden gegenüber Menschen anderer Ethnien ausgerichtete und somit volksverhetzende sowie auf extrem gefährliche Art und Weise den Inneren Frieden gefährdende Propaganda, wie sie das Hetzblatt aus Marbach am Neckar verbreitet, kann und darf nicht länger ungeahndet bleiben. Die Redaktion des Hetzblattes hat es sich zum Ziel gesetzt mit immer wieder neuen Artikeln die türkischstämmige Bevölkerung gegen so ziemlich alle anderen hierzulande befindlichen Volksgruppen, insbesondere Kurden, Armenier, Aramäer und Griechen sowie die deutsche Staatsgewalt, der immer wieder auf stupideste Art und Weise in abstrusen Verschwörungtheorien mit imaginären internationalen Komplotten gegen die Türkei in Verbindung gebracht wird, aufzuhetzen. Hier findet eine gefährliche, weil in der Mitte der Bevölkerung weitestgehend unbekannte, Form von Volksverhetzung und Gefährdung des Inneren Friedens statt, der es mit aller Härte in Rigorosität entgegen zu treten gilt.

Schlussendlich sei hier noch angemerkt, dass Ruprecht Polenz, Mitglied der CDU und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, mit diesen Volksverhetzern in nicht unerheblichem Maße zu sympathisieren scheint. Dem Herausgeber des rassistischen Schund- und Schmierblattes sowie dessen Abonnenten liefert er auf seiner Facebook-Seite eine weitere Platform, ihr menschenverachtendes Gedankengut zu verbreiten, während er deren Kritiker reihenweise sperrt. Eine solche Verhaltensweise ist weder christlich noch demokratisch!

Bezüglich des achso harmlosen und friedlichen türkischen Kinderfestes und dessen fragwürdigen, weil nationalistischem Hintergrund, möchte ich noch ausdrücklich auf den nachstehendem Link aufrufbaren von Menschenrechtlern wie der "Gesellschaft für bedrohte Völker e.V" sowie einer Vielzahl kurdischer, armenischer, aramäischer und griechischer Vereine unterstützten Appel hinweisen: http://www.aga-online.org/news/detail.php?locale=de&newsId=530

Kommentare:

Saul Goodman hat gesagt…

Über den Führerkult von Öcalan und seinen rassistischen Äußerungen gegenüber Türken, die gerne mal als Mongolen und Araber- Mischlinge bezeichnet werden, oder die rassistischen "Arier" Thesen der Kurden, schweigt Juli.. Innerer Frieden? Wer rassistische Thesen vertritt, der muss sich nicht wundern als Rassist bezeichnet zu werden. Auch in Deutschland...

Saul Goodman hat gesagt…

Ach ja noch was. Wie stehst du zur PKK? Die PKK werden von PKK Fanatikern gerne als "Freiheitskämpder" bezeichnet. Wobei doch jedes Kind, weiß, dass die PKK in Europa, den USA und in der Türkei als terroristische Vereinigung gesehen wird. Sympathisierst du mit Terroristen? Oder wie darf man deinen Hass- Beitrag verstehen? Terroristen doof, aber wenns gegen Türken geht, ist es schon okay? PKK hui, Al Kaida pfui?
Grüsse an deine Doppelmoral...

Saul Goodman hat gesagt…

Die Bild Überschrift spricht für sich. Die Infos auf deinem Google Konto ebenfalls...

Julian Tumasewitsch hat gesagt…

Wer einen Hassbeitrag als Hassbeitrag entlarvt, schreibt nicht zwangsläufig einen Hassbeitrag, comprende?!:)
Die Kommentare des "Saul Goodman" in ihrer Schmalspurrhetorik sprechen ebenfalls für sich.
Es ist die stereotype Vorgehensweise türkischer Nationalisten und Rassisten, bei allem, was mit Kurden, Aleviten oder Kurdistan zu tun hat, sofort von Terroristen zu sprechen und die dämliche und themenfremde Gegenfrage "Wie stehen Sie zur PKK" zu stellen.
Und viel themenfremder als Ihr "Al Kaida-Erguss" geht es nun wirklich nicht mehr Sauli Boy;)

Saul Goodman ist im Übrigen eine fiktive Figur aus der US-amerikanischen TV-Welt.

Schon schwer mutig hier unter Pseudonnym herumzutrollen...
Aber vielen Dank für den eindrucksvollen Anschauungsunterricht in türkischem Rassismus. Wer lesen kann ist nämlich klar im Vorteil: Hier geht es um die YEK Kom e.V.
Sobald kurdische, aramäische, armenische oder yezidische Gruppierungen selbstbewusst auftreten und für ihre Rechte demonstrieren, werden sie aus einschlägig bekannter und im Artikel ausführlich beschriebener politischer Richtung in die PKK-Ecke gedrängt, ebenso man gegenüber Deutschen beim kleinsten Anflug von Türkeikritik die Nazikeule schwingt.
Im Gegensatz zur Türkei besteht hier zum Leidwesen von Unpersonen, wie dem Erschaffer des "Saul Goodman"-Profils hier nun einmal nicht oder nur sehr bedingt die Möglichkeit, friedliche Demonstranten, wie im Dezember 2012 anlässlich des Jahrestages zum Massaker von Kahramanmaras durch die dortigen "Ordnungsbehörden" geschehen.
Und immer wieder der Versuch mit themenfremden, ganze Völker stigmatisierenden Gegenfragen...*gähhhnnnn*...lasst euch mal was Neues einfallen!
Wer die Politik eines Landes verteidigt, die derart undifferenziert und selbstgerecht mit ihren Verbrechen gegenüber ethnischen und konfessionellen Minderheiten umgeht um jeden Preis verteidigen möchte, dem bleiben wohl nur solch plumpe Mittel übrig.
Da verät sich das insgeheim doch vorhandene schlechte Gewissen;) Oder um sicher zu gehen, dass es auch verstanden wird: Yarasi olan gocunur